Talentidentifikation - Qualitative Faktoren
"lockere Schnelligkeit"
Schnelligkeit hat eine überragende Bedeutung für die meisten leichtathletischen Disziplinen. Talentierte Kinder
fallen bereits früh durch hohe Schrittfrequenzen auf. Beachte: Andere Kinder (AK12-16) können durch bereits
früher entwickelte Kraftvoraussetzungen oder eine entwicklungsgemäß größere Körperhöhe bereits bessere Sprintzeiten
erzielen, eine besondere Sprint- Begabung ist jedoch stets mit einer hohen Frequenzschnelligkeit gepaart.
Die Voraussetzung Frequenzschnelligkeit kann auch durch die Betrachtung eines schnellstmöglich auszuführenden
"Skipping" (ähnlich Kniehebelauf, jedoch mit geringerem Kniehub) abgeschätzt werden. Begabte Kinder realisieren dabei
wesentlich mehr Bodenkontakte in einem bestimmten Zeitabschnitt.
Eine Sprintbegabung (auch als Voraussetzung z.B. für den Weitsprung) zeigt sich auch in einem guten Entspannungsverhalten.
So können höchste Schrittfrequenzen beispielsweise nur erreicht und bestimmte Techniken nur realisiert werden, wenn ein
schneller Wechsel von Anspannung und Entspannung möglich ist. Als Zeichen für ein gutes Entspannungsverhalten kann eine
unverkrampfte, eher ruhige Rumpfhaltung beim Sprint gewertet werden.
Ein Blick ins Gesicht verrät oftmals, wie es um die (physiologisch begründbare) Fähigkeit zur Entspannung bestellt ist.
Tipp zur Verbesserung bei stark verkrampfter Lauf- und Gesichtshaltung: Mund auf !
"Leichtfüßigkeit"
Beim Laufen ist ein kurzer Bodenkontakt von besonderer Bedeutung. Dies kann vom Auge nur ungefähr
abgeschätzt werden. Oftmals ist bei begabten Kindern ein (kurz-)federndes Bewegungsbild beobachtbar, wobei der Oberkörper im
freien Lauf verhältnismäßig aufrecht gehalten wird. Eine hohe Laufposition und geringes Nachgeben im Kniegelenk
während des Bodenkontaktes sprechen für eine autonom optimierte Lauftechnik.
Talente (~ ab AK10) setzen den Fuß bereits Ballen-betont auf. Bei schnellen Läufen, insbesondere jedoch bei
Absprüngen wird ersichtlich, dass der Fuß schlagend von oben aufgesetzt wird, und der Körper schnell und in
hoher Körper-Position über den (stützenden) Untergrund "gezogen" wird. Bei Absprungbewegungen zeigen Sprungbegabte
oftmals eine nahezu vollständige Rumpf- und Sprungbeinstreckung (z.B. Aufgabenstellung: Berühre nach dem Absprung im
höchsten Punkt des Fluges mit der Stirn ein hoch hängendes Gummiband).
Eine "relative Geradlinigkeit" in den Bewegungen der Arme und Beine spricht für ein insgesamt gutes spezifisches
Bewegungsgefühl. Optimierungen sind diesbezüglich jedoch noch möglich. Tipp: Daumen zeigt beim Laufen nach oben!
Talent entdeckt und dann?
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